Honig vom Land Set

Lisa Ertl

Lisa Ertls „Honig vom Land“ stammt aus der Niederlausitz. Es ist eine menschenarme, sandige, karge Landschaft inmitten von Kiefernwäldern, in der seit einigen Jahren auch wieder Wölfe leben. Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen rund um den Standort der Bienen werden keine Trachtpflanzen angebaut. Die Bienen fliegen also vor allem die Wildblumen und Bäume der Umgebung an.

Der klarsichtige, goldgefärbte „Honig vom Land“ zeichnet sich durch eine geschmacklich milde Stilistik und ein zart florales Aroma aus. Hier ist definitiv viel Robinie beteiligt. Robinienhonig bleibt sehr lange geschmeidig und neigt wegen seines hohen Anteils an Fructose kaum zur Kristallisation. Deshalb füllt Lisa ihren „Honig vom Land“ auch ungerührt und direkt nach der Schleuderung Ende Juni ab.

Honig ist für Lisa in gewisser Weise ein sinnlich wahrnehmbares Aggregat der Situation der Bienen und ihrer Umgebungsbedingungen. Vor dem Hintergrund großangelegter klimatischer Veränderungen im Anthropozän hatte sie die Idee, ihren Fokus auf die Verschiedenheit der Honige eines spezifischen Standorts im Verlauf der Jahre zu setzen. Kann man einen Unterschied zwischen den Honigen aus trockenen oder humiden, heißen oder kühlen Jahren feststellen? Lässt sich eine anhaltende Waldbrandstufe 5 schmecken? 

Mit dem Verkostungs Set „Honig vom Land“ aus 2020 und 2021, können Sie den Geschmackstest aus zwei Saisons jetzt selbst zu Hause machen!

MHD Jahrgang 2020: 31.12.2022

2x290g Glas

17,00 

(29,31 € pro 1kg)

Über die Arbeit der Imkerin

„The wisdom is in the system“ —  die Expertinnen sind die Bienen: Als hauptberufliche Organisationsberaterin orientiert sich Lisa Ertl in ihrer imkerlichen Praxis nicht ganz zufällig an einem Credo der systemischen Organisationsentwicklung. Die Bienen arbeiten nach ihrer ganz eigenen Logik, folgen ihren eigenen Gesetzen. Für Lisa bedeutet das eine zurückhaltende und an der Dynamik der Bienen ausgerichtete Vorgehensweise.

Um die Entwicklung im Bienenstock zu beeinflussen, gibt Lisa lediglich Impulse, die von den Bienen aufgegriffen, konterkariert oder gleich ganz verworfen werden. Geleitet von der Idee einer möglichst naturnahen Haltung der Bienen, nutzt sie Holzbeuten, setzt auf den natürlichen Wabenbau und den Schwarmtrieb zur Vermehrung. Das leidige Thema der Varroa-Bekämpfung nimmt sie ausschließlich mit organischen Säuren in Angriff.

Lisa Ertl
Lisa Ertl ist seit 2015 Imkerin. Angefangen hat Sie ganz klein und bescheiden mit einer einzigen Kolonie. Jahr für Jahr ist Sie dann tiefer in die “Blackbox Bienenstock” eingetaucht – und ist mittlerweile ganz in den Bann der außergewöhnlichen Leistungen der Bienen gezogen. Aktuell betreut Lisa sechs Bienenkolonien, die in einem sehr kleinen Dorf in der Niederlausitz am Rande des Naturschutzgebietes Reicherskreuzer Heide und Schwansee, stehen.
Als Imkerin genauso wie als Organisationsberaterin ist Lisa fasziniert von den Strukturen, den internen Verstrickungen und der Wandlungsfähigkeit sozialer Systeme. Ihr besonderes Interesse gilt – neben dem Umgang mit den Bienen selbst und den Bienenprodukten – der Frage, was wir als menschliche Gesellschaft von den Prinzipien der Natur lernen können, z.B. im Hinblick auf Kollaboration, Leadership, Selbstorganisation und Mechanismen der Entscheidungsfindung. Weitere Informationen unter: www.lisaertl.de